D2C-Startups erlebten in den letzten Monaten nicht nur im Food & Beverages Markt regelrechte Booms. Das Überspringen von Zwischenhändlern und damit verbundenen Kosten scheint attraktiver denn je. Die aktuelle Situation, geprägt von geändertem Konsumentenverhalten und einer Selbstverständlichkeit in Bezug auf Online Shopping, begünstigt diese Entwicklung noch weiter.
Vor allem in den Vereinigten Staaten scheint das Thema Direct-to-Consumer eine immer größere, wenn nicht unverzichtbare Rolle zu spielen. Die Anzahl der D2C-Konsumenten soll bis 2021 nicht nur absolut auf über 95 Millionen Konsumenten wachsen , sondern auch fast 50% der digitalen Käufer ausmachen. 2017 waren es hingegen mit nur 55,9 Millionen knapp über 30% der digitalen Käufer. Auch im Jahr 2021 liegen die Wachstumsprognosen bei rund 10% im Vergleich zu diesem Jahr.
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Quelle: eMarketer

Das haben auch große, globale Player im Food & Beverages Markt erkannt: So kommt es, dass Unternehmen wie Nestlé, Unilever und Mars Inc. Startups übernehmen oder, wie kürzlich im Fall PepsiCo geschehen, eigene D2C-Brands launchen.
Wir haben 15 dieser Global Player zusammengestellt, die neben traditionellen Handelsstrukturen auch neue, direkte Kanäle zum Endkunden aufbauen.

Diese D2C-Startups
stellen wir vor

Investment

Investments in D2C-Startups

Back to the Roots

Corporate: Campbell Soup Company

Back to the Roots produziert und vertreibt online „Ready-to-Grow“-Sets für Pilze, Gemüse und Küchenkräuter. Unterstützt von Acre Ventures (dem unabhängigen VC Arm von Campbells Soup) gelang dem Startup auch der Launch bei Walmart.

Freshly

Corporate: Nestlé

Freshly liefert gesunde Ready-to-Eat-Mahlzeiten. Der Kunde muss sie nur noch aufwärmen. Der Schweizer Food & Beverages Konzern Nestlé erweiterte 2017 durch den Anteilskauf des US-Startups seine Aktivitäten im Bereich gesundheitsorientierter Nahrung im D2C-Bereich.

Iris Nova

Corporate: Venture Emerging Brands (Coca Cola)

Das D2C Getränke-Startup (u.a. Dirty Lemon) hat eine eigene Vertriebs- und Lieferplattform, um unmittelbar auf die Bedürfnisse des modernen Verbrauchers einzugehen. Der VC-Fund VEB von Coca Cola Company war Lead Investor in der letzten Seed-Runde.

Life Fuels

Corporate: Dr Pepper Snapple Group

Die Wasserflasche von Life Fuels trackt das Trinkverhalten und ermöglicht es, dem Wasser Vitamine, Elektrolyte, Antioxidantien sowie Aroma hinzuzufügen und so das Trinkerlebnis zu individualisieren. Die Dr Pepper Snapple Group (heute Keurig Dr Pepper) investierte 2019.

Purely Elizabeth

Corporate: General Mills

Beim Startup Purely Elizabeth steht die Gründerin Elizabeth Stein im Vordergrund. Sie produziert und vertreibt Cerealien-Produkte aus Alternativen wie Quinoa, Hanf oder Chia. Die General Mills Venture und Development Unit, 301 Inc., investierte 2017 in das Startup.

Übernahmen von D2C-Startups

Babe Wines

Corporate: Anheuser-Busch InBev

Der Getränkekonzern Anheuser-Busch InBev kaufte 2019 die Online-Weinmarke Babe Wines, die vom amerikanischen Influencer und Comedian Josh Ostrovsky (@thefatjewish) gegründet wurde. 

Foodspring

Corporate: Mars Inc.

Foodspring richtet sich mit seinem Sortiment bestehend aus Proteinshakes, Snacks und Nahrungsergänzungsmitteln vor allem an Sportler. Mitte 2019 gab das Berliner Startup bekannt, das Mars Edge, eine Tochterfirma des Mars-Konzerns, eine „deutliche“ Mehrheit der Anteile übernehmen werde.

Graze

Corporate: Unilever

Graze hat sich auf gesunde Snacks in Form von Snack-Nüssen und Riegel spezialisiert. Durch die Übernahme durch Unilever Anfang 2019 konnte das Startup noch eine größere Reichweite erzielen und so vor allem den britischen Markt erobern.

London Fields Brewery

Corporate: Carlsberg Group

2017 hat die Carlsberg Group das Startup aus Großbritannien gekauft. Die London Fields Brewery braut das Bier direkt in London und vertreibt es über ihren Webshop sowie in ihrem Shop neben der Brauerei.

Michel et Augustin

Corporate: Danone

Über ihren Online-Shop bietet das französische Startup hauptsächlich Gebäck und Desserts, aber auch Säfte und Trinkjoghurt an. Danone übernahm das Startup 2016 für 15 Millionen €.

Perfect Snacks

Corporate: Mondelez

Perfect Snacks ist ein Pionier im Bereich der gefrier-getrockneten Snack-Riegel. Nachdem Mondelez die Mehrheit der Anteile gekauft hatte, erweiterte das Startup das Portfolio um Produkte wie Nussbutter oder eigene Kinder-Linien.

Popcorners

Corporate: PepsiCo

PopCorners ist vor allem in der Gastronomieszene der USA für ihr Popcorn bekannt und schafft durch ihren Online-Shop auch direkt Kontakt zum Konsumenten. Seit 2019 im Portfolio von PepsiCo, verfolgt das Unternehmen seine Mission, salzige Snacks gesünder zu machen.

Primal Kitchen

Corporate: Kraft Heinz

Primal Kitchen hat sich auf Saucen, Dressings und Gewürze spezialisiert. Anfang 2019 von Kraft Heinz übernommen, konnte das Startup seither seine Produktlinie noch weiter ausbauen. Hierbei setzt Primal Kitchen vor allem auf gesunde Produkte, frei von Zusatzstoffen und möglichst natürlich zubereitet.

RXBar

Corporate: Kellogg Inc.

RXBar produziert und vertreibt gesunde Müsliriegel und Produkte auf Nuss-Basis. Mit der Übernahme durch Kellogg Inc. im Oktober 2017 konnte das Startup seinen Umsatz im ersten Jahr bereits mehr als verdoppeln. Mittlerweile sind die Produkte echte Verkaufsschlager.

Seedlip

Corporate: Diageo

Die britische Marke Seedlip destilliert alkoholfreie Drinks aus Kräutern, Gewürzen und Früchten. Der weltweit größte Hersteller von Spirituosen, Diageo, kaufte das Startup 2019 und stieg damit in das Direktvermarktungsgeschäft mit alkoholfreien Destillaten ein.

isabella schweidler

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Isabella Schweidler
Junior Innovation Strategy Manager
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