Lieferdienste boomen, und das nicht erst seit Corona. Laut Statista wird der Umsatz im deutschen Markt bis 2024 auf ca. 392,8 Mio. Euro anwachsen. Beste Voraussetzungen für Ghost Kitchens – Restaurants ohne physischen Gastraum, ohne Servicepersonal, oft ohne Abholmöglichkeiten und manchmal sogar ohne eigene Küche.

Das Angebot einer Ghost Kitchen beschränkt sich nicht auf eine Marke, sondern umfasst meist ein großes Portfolio an unterschiedlichsten Marken. Die Vorteile dabei: Effizienter Ressourceneinsatz, Ersparnis teurer Restaurantmieten, oder geringere Ausgaben für Personal.

Durch den Erfolg der Ghost Kitchens entstehen auch Opportunitäten für neue Geschäftsmodelle wie Cloud Kitchens oder Weiterentwicklungen von Food Delivery Services. Wie hängen diese drei Konzepte zusammen? Was sind die Unterschiede zwischen Ghost und Cloud Kitchens?
Genau diese Fragen beantworten wir in diesem Beitrag anhand von drei Beispielen aus der Praxis: KeatzKitopi und Uber Eats.

Ghost Kitchen

Ghost Kitchens sind Marken, die auf einem „Delivery-Only“-Konzept beruhen. Service und Sitzplätze gibt es hier nicht. Aus diesem Grund werden auch oft mehrere Marken in einer Küche untergebracht. Die Vorteile: Keine teuren Mieten für einen besonders hippen Standort, flexible Gestaltung der Gerichte (funktioniert ein Gericht nicht, kann es einfach angepasst werden), Ressourceneffizienz. Die Betreiber können außerdem über das Bestellaufkommen sehen, welche Marken in welchem Stadtteil funktionieren und dementsprechend besser vorplanen.

keatz

Die Berliner Ghost Kitchen Keatz agiert seit 2016 im deutschen und mittlerweile auch europäischen Markt. Das Startup, das unter anderem Atlantic Food Labs und Project A Ventures zu seinen Investoren zählt, vereint Marken wie GringoBurritos oder TamakaBowls in einer Küche. Laufend werden, je nach aktuellem Bedarf, weitere Marken zum Keatz-Portfolio hinzugefügt oder andere, die nicht auf die erhoffte Nachfrage stießen, eingestampft.

Cloud Kitchen

Cloud Kitchens (auch Commercial Kitchens) stellen Virtual Restaurants oder Ghost Kitchens die nötigen Räumlichkeiten, Know-How rund um den Betrieb, und/oder die passende Software zur Verfügung. Sie kümmern sich um das operationelle Funktionieren der Marken. Großer Vorteil für die Nutzer ist, dass Kosten für die Anschaffung einer eigenen Küche sowie Arbeitsmaterialien entfallen. Eine Cloud Kitchen kann entweder unabhängig sein und unterschiedlichen Ghost Restaurants Platz bieten, oder auch mehrere eigene Marken unter einem Dach vereinen.

kitopi

Kitopi stattet seit 2018 Ghost Kitchens oder Restaurants, die zu welchen werden möchten, mit der nötigen Technologie und Know-How aus. Das in Dubai ansässige Startup hat nach eigenen Angaben bereits mit mehr als 100 Restaurants weltweit kooperiert. Im November 2019 erhielt Kitopi 60 Mio. Dollar Funding, womit das Startup aktuell seine Locations noch weiter ausbauen und neue Standorte in den USA aufbauen möchte.

Food Delivery

Lieferservices sind seit Lieferando und Co. aus den Essgewohnheiten vielerorts nicht mehr wegzudenken. Restaurants können dadurch neue Absatzwege erschließen, um ihre Umsätze zu steigern, oder, wie die Corona-Pandemie zeigte, sie als Retter in der Not etablieren. Freie Kapazitäten können damit effizient genutzt werden. Uber Eats zum Beispiel ist den nächsten Schritt gegangen und hat Ghost Restaurants und Lieferservice verknüpft. Als Cloud Kitchen agierend analysieren sie Suchbegriffe in bestimmten Regionen und bieten etablierten Restaurants an, Uber Eats exklusive Ghost Kitchens aufzubauen.

uber eats

Uber Eats, der Lieferdienst von Uber, ermöglicht Kunden die Bestellung bei ihren Lieblingsrestaurants, die meist keine Kapazitäten für eigene Lieferdienste haben. Hierzulande noch nicht vertreten, verzeichnet das Unternehmen in den USA jährliches Wachstum. Aber damit nicht genug: Auch Uber Eats stieg 2018 mit dem Kauf von FoodStars in das Cloud Kitchen Geschäft ein und nennt heute bereits mehr als 100 Ghost Kitchens sein Eigen.

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